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B1|A40 - Die Schönheit der großen Straße

27/06/2013

PRESSEINFORMATION

B1|A40 Die Schönheit der großen Straße 2010‐2014
Ein Ausstellungs‐ und Forschungsprojekt entlang der A 40 von Duisburg bis Dortmund
(10. – 17. August 2013; Juni – September 2014)

Entlang der A40 hat sich im Schatten der Kernstädte ein eigenwilliger Stadtraum entwickelt, der durch das Verschmelzen der Ruhrstädte zur Kulturmetropole unvermittelt vom problematischen Verkehrsraum zum Boulevard der Ruhrmetropole wird. B1|A40 untersucht diesen neuen Stadtraum im interdisziplinären Dialog mit Künstlern, Planern, Architekten und Wissenschaftlern. Das Ausstellungsprojekt B1|A40 Die Schönheit der großen Straße entwickelt unter der kuratorischen Leitung von Markus Ambach (MAP) im Auftrag von Urbane Künste Ruhr die Ansätze des Projekts aus dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 weiter. Die Spielorte von 2010 werden um neue Typologien, Themen und Orte erweitert, um in einer nachhaltigen Arbeit die komplexe Vielfalt dieses hochbrisanten Stadtraums, der beispielhaft für die speziellen Strukturen des Ruhrgebiets steht, erlebbar zu machen und aufzuzeigen. Strategien der individuellen Raumaneignung und der innovative Umgang der Bewohner mit den schwierigen Lebenssituationen entlang der „Großen Straße“ stehen dabei im Vordergrund. Forschungsprojekte und Recherchearbeiten, die schon im August 2013 beginnen, manifestieren sich mit ihren Ergebnissen 2014 in einer großen Ausstellung entlang der großen Straße.
Bereits beteiligte Künstler sind u.a. Jakob Kolding, John Miller, Leni Hoffmann, Jeanne van Heeswijk, KUNSTrePUBLIK, Christine und Irene Hohenbüchler, Michael Fehr, Martin Pfeifle/Wanda Sebastian, Stefan Schneider/Sven Kacirek und Elke Krasny.
Dabei wird über die künstlerische Betrachtung der B1|A40 ein wichtiger Beitrag zur zukünftigen Relevanz von urbanen Strukturen in der Stadtentwicklung thematisiert und erforscht. Das Kunstprojekt legt einen Schwerpunkt auf kollaborative Ansätze und bezieht die Anwohner in die Konzeption von Beginn an ein. In der Aktionswoche vom 10. bis 17. August 2013 zeigt eine Bustour mit hochkarätigen Gästen aus Kunst, Planung und realer Lebenswelt unter dem Thema Anspruch und Wirklichkeit an der A40 – Ein Reality‐Check mit Zukunftsperspektive nach fünf Jahren planerischer und künstlerischer Arbeit entlang der großen Straße, was aus den gewagten Utopien, großen Versprechen und kleinen Interventionen geworden ist und weist von ihnen aus in die Zukunft. Gäste sind unter anderem die Stadtplaner Prof. Dr. Rudolf Scheuvens (TU Wien) und Prof. Christa Reicher (TU Dortmund).
Eine erste Arbeit wird an der U‐Bahnstation Eichbaum sichtbar. Martin Pfeifle und Wanda Sebastian geben der legendären Architektur von raumlaborberlin ein neues Gesicht und aktualisieren den Ort als zukünftige Forschungsstation zur Musikkultur im Ruhrgebiet. Unterstrichen wird dies durch eine kontextbezogene Klanginstallation der beiden Musiker Stefan Schneider und Sven Kacirek, die für diese heterogene Verkehrsschnittstelle eine ortsspezifische Komposition entwickeln und aufführen. Im Kreuz Kaiserberg läutet schließlich die Künstlerin Jeanne van Heeswijk mit einem prozessionsähnlichen Umzug durch das komplexe Lebensumfeld des Autobahnknotens ihr Rechercheprojekt Teilhabe bringt Glück – Was setzt du aufs Spiel? ein.

Beteiligte Personen und KünstlerInnen:
Prof. Christa Reicher ist Professorin für Städtebau und Bauleitplanung an der Technischen Universität Dortmund. Mit der Arbeit Schichten einer Region hat sie wesentlich zur Schärfung der Perspektiven auf die räumliche Struktur des Ruhrgebiets beigetragen. Sie entwickelt für B1|A40 ein neues Forschungsprojekt in interdisziplinärer Kooperation zwischen Planung, Kunst und Wissenschaft.

Prof. Dr. Rudolf Scheuvens ist Dekan und Professor für örtliche Raumplanung und Stadtentwicklung an der Technischen Universität Wien. Er gründete zusammen mit Kunibert Wachten das renommierte Büro scheuvens+wachten und erstellte den Masterplan A40|B1. Rudolf Scheuvens gilt damit nicht nur als ein
ausgewiesener Kenner des Stadtraums A40, sondern ist auch durch seine Arbeit im Rahmen der IBA eine
internationale Größe, wenn es um explizites Wissen im Rahmen planerischer Leistungen im Ruhrgebiet
geht.

Martin Pfeifle ist Künstler und hat bereits durch zahlreiche Ausstellungen im Innen‐ und Außenraum auf
sich aufmerksam gemacht wie auch internationale Preise und Stipendien gewonnen. Seine großräumlichen, skulpturalen Interventionen nehmen oft Bezug auf Kontexte auch gerade industrieller Herkunft. Seine Arbeit Box 119% auf dem Parkplatz der Shell‐Tankstelle wurde zu einer der legendären Arbeiten im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010. Pfeifle lebt und arbeitet in Düsseldorf. Zur Intervention an der von raumlaborberlin geschaffenen Container‐Architektur hat er seine Kollegin Wanda Sebastian eingeladen.
Stefan Schneider ist bekannt als Pionier der neueren elektronischen Musik der zweiten Düsseldorfer Schule in den 1990er Jahren. In vielen Projekten wie Mapstation und Kooperationen mit Kollegen wie Toroccoco Rot oder September Collective entwickelt er oft aus lokalen und ortsspezifischen Klangkulissen sogenannte Livesets, bei denen die Musik direkt vor Ort entsteht. Für die Produktion am Eichbaum hat er seinen Kollegen Sven Kacirek eingeladen.

Jeanne van Heeswijk ist wohl die bekannteste europäische Künstlerin, wenn es um engagierte, soziopartizipative Kunstprojekte im öffentlichen Raum geht. Ausgezeichnet mit den größten Preisen für sozial engagierte Kunst (u.a. Currystorm‐Award, Harvard) versetzt die Holländerin, die in Rotterdam lebt, immer wieder Menschen in prekären Lebenssituationen zurück in die Lage eigener Handlungsfähigkeit, zuletzt in einem vielbeachteten Projekt zur Liverpool‐Biennale. Die mehrfache Biennale di Venezia‐Teilnehmerin setzt mit ihrem neuen Projekt ihr äußerst erfolgreiches Engagement im Autobahnkreuz Kaiserberg fort und thematisiert damit auch die Nachhaltigkeit von Kunstprojekten im öffentlichen Raum.

www.b1a40.de