AUFTAKTSYMPOSIUM Urbane Künste Ruhr

31/08 – 01/09/2012

Tag 1: Freitag, 31. August 2012

Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum

Das Symposium Urbane Künste Ruhr begann mit der Begrüßung der zahlreichen Teilnehmer und einer Einführung von Katja Aßmann (Künstlerische Leitung Urbane Künste Ruhr) und Lukas Crepaz (Geschäftsführer der Kultur Ruhr GmbH).

Lukas Crepaz erläuterte die Nachhaltigkeitsarchitektur der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010, sowie die Struktur von Urbane Künste Ruhr als vierte Säule der Kultur Ruhr GmbH und die geplante Dramaturgie des Special Interest Marketing für die Kulturmetropole Ruhr.

Katja Aßmann stellte die drei Programmfelder und den Netzwerkansatz von Urbane Künste Ruhr vor. Der programmatische Anspruch von Urbane Künste Ruhr in der Spielzeit 2012-2014 äußert sich darin, zusammen mit Künstlern verschiedener Disziplinen und mit Netzwerken aus der Region zu einer Öffnung der kreativen Möglichkeitsräume in einer nachhaltigen Stadt- und Regionalplanung beizutragen. Urbane Strukturen, seien sie baulich, sozial oder ökonomisch, sollen aus künstlerischer Perspektive heraus betrachtet, befragt, erforscht und interpretiert werden. Auf diese Weise sollen entscheidende Hinweise darüber generiert werden, wie die vielschichtigen urbanen Strukturen funktionieren und wie sie in Zukunft gestaltet werden können.

Anschließend skizzierte Katja Aßmann die drei Programmfelder "Mobile Labore", "Regionale Formate" und "Potentiale und Talente". Sie erläuterte darüber hinaus die Bedeutung, welche die Kunstnetzwerke der Region in der Programmarbeit von Urbane Künste Ruhr einnehmen. Das Symposiums-Publikum wurde aufgerufen, sich aktiv in die Diskussionen und die Arbeit von Urbane Künste Ruhr einzubringen.

Der erste Tag des Symposiums war als Stadtspaziergang angelegt, auf dem die unterschiedlichen Facetten des urbanen Raums deutlich wurden. Das Zusammenspiel baulicher und sozialer Strukturen, kultureller Prägungen und ökonomischer Verhältnisse, aus dem Urbanität entsteht, trat im Stadtraum zwischen Westpark mit Jahrhunderthalle, Schauspielhaus und Kunstmuseum Bochum exemplarisch zutage.

 
 
 
 

 

Erste Station der Kulturexpedition war das Off-Theater ROTTSTR 5 als Keimzelle der freien Kunst. Hier erlebte die Expedition einen beeindruckenden Ausschnitt des "Werthers" nach Johann Wolfgang von Gothe in einer Fassung von Hans Dreher und Martin Bretschneider. 

 

Theater ROTTSTR 5 | Hans Dreher & Oliver Paolo Thomas

Hans Dreher und Oliver Paolo Thomas sind die Theaterleiter der Off-Bühne ROTTSTR 5 in Bochum. Dieses Theater gilt mit seinen jungen, professionellen Theatermachern als eine der kreativsten und ambitioniertesten freien Bühnen im Ruhrgebiet. Schon der Blick auf den Spielplan mit über 20 Veranstaltungen im Monat zeigt das Engagement des Theaters. Neben einem halben Dutzend Eigenproduktionen stehen mehrere Gastspiele anderer Theatermacher, Lesungen und Konzerte sowie ein Bingoabend mit Livemusik. Im Theater ROTTSTR 5 wird mit persönlichem Einsatz, Willen und Anspruch Theater gelebt.

www.rottstr5-theater.de

 

Bei einem kurzen Halt an der Probestätte von Urbanatix, der Marienkirche, die in Zukunft das neue Musikzentrum Bochum beherbergen soll, erläuterte Jens Hendrix aus dem Stadtplanungsamt der Stadt Bochum die zukünftige Bebauung und die inhaltliche Konzeption der umstrittenen Kulturinstitution.
 


Gleich darauf ging die Expedition weiter zum Schauspielhaus Bochum. Unter dem Titel "Stadttheater goes urban - neue Allianzen mit der Stadt" stellten Thomas Laue (Chefdramaturg) und Zekai Fenerci (Künstlerischer Leiter Renegade) ihre Zusammenarbeit und das Residenzprojekt Renegade vor. Es folgte ein Ausschnitt aus dem aktuellen Renegade-Programm, einem Pas-de-deux zwischen einer klassischen Tänzerin und einem BMX-Artisten.
 
 

Schauspielhaus Bochum | Thomas Laue

Thomas Laue ist seit der Spielzeit 2010/11 Chefdramaturg am Schauspielhaus Bochum und Lehrbeauftragter für Dramaturgie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. In seiner Position als Chefdramaturg am Schauspiel Essen unter der Intendanz von Anselm Weber hat er neben den Arbeiten auf der großen Bühne zahlreiche Stadterkundungsprojekte entwickelt. Darunter findet sich unter anderem das von Nuran David Calis und Jugendlichen aus Essen-Katernberg realisierte Projekt "Homestories", das 2007 neben anderen Preisen mit dem "Bundespreis Soziale Stadt" ausgezeichnet wurde. Aktuell bietet das Schauspielhaus Bochum der Tanzformation Renegade eine Residenz. Außerdem ist ein regelmäßiges Tanzlabor in Planung.
www.schauspielhausbochum.de

 

Renegade | Künstlerischer Leiter Zekai Fenerci

Renegade realisiert freie Tanztheaterproduktionen mit internationalen Partnern, Tänzern, Choreografen und Kulturinstitutionen. Gegründet wurde Renegade 2003 von Zekai Fenerci, Markus Michalowski und Lorca Renoux in Herne. Die erste Produktion "Rumble", eine Adaption von Shakespeares Klassiker "Romeo und Julia", erhielt den Hauptpreis beim Theaterzwang NRW 2004, den Herald Angel 2004, den Guardians Best Physical Theatre Award 2004 und den Fringe First 2004. Seither produziert Zekai Fenerci mit nationalen und internationalen Tänzern und Choreografen. So wurde z.B. die Tanzproduktion "Irgendwo" in der Choreografie von Malou Airaudo als eine der zehn besten Tanzproduktionen Deutschlands zur Tanzplattform 2012 nach Dresden eingeladen. Das Markenzeichen der Renegade-Produktionen ist die gleichberechtigte Kombination verschiedener Tanzstile und der Einsatz von Elementen der Street Art (z.B. Graffiti, Breakdance).
www.pottporus.de/renegade

 

In der anschließenden Diskussion wurde das Verhältnis zwischen Institutionen und freier Szene beleuchtet, wobei Fenerci und Laue gleichermaßen die Trennung zwischen Hochkultur und Subkultur in ihrer Arbeit nicht wiederfinden. Beiden geht es vielmehr um künstlerische Qualität, Autonomie der unterschiedlichen Ansätze und synergetische Kooperationen. Auch Hans Dreher stieg in die Diskussion ein. Er bekräftigte den zuvor genannten Ansatz und stellte die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem freien ROTTSTR 5 Theater und dem etablierten Schauspielhaus heraus. Das Publikum beteiligte sich rege am Diskurs und interessierte sich stark für die inhaltlichen Konsequenzen neuer Allianzen der Kunst.
 

Im Restaurant Tanas des Schauspielhauses Bochum stärkten sich die Besucher und nutzten die Zeit zum regen Netzwerken und Austausch.
 

 

Nächste Station war der Alte Hauptbahnhof Bochum (Rotunde). Hier präsentierten Dr. Sven Sappelt (Sprecher des C60 Collaboratoriums), Dr. Friederike Wappler (Wissenschaftliche Leitung der Kunstsammlung der Ruhr-Universität Bochum), Prof. Andreas Fritzen (Dekan FB Architektur an der Hochschule Bochum) und Prof. Erich Hörl (Professor für Medientechnik und Medienphilosophie an der Ruhr-Universität Bochum) im Dialog mit Andreas Kellner (Geschäftsführer Projektgesellschaft Alter Bochumer Hauptbahnhof) in einem Ausstellungsparcours und einem Werkstattgespräch das "C60 Collaboratorium für kulturelle Praxis" - einem neuen Raum für zeitgenössische Kunst und Wissenschaft im städtischen Zentrum.  Über den Platz des Europäischen Versprechens von Jochen Gerz führte die Kulturexpedition weiter zum Kunstmuseum Bochum. Im Kunstmuseum Bochum stellten Dr. Hans Günter Golinski (Direktor des Kunstmuseum Bochum) und Dr. Christine Vogt (Direktorin der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen) das Netzwerk der RuhrKunstMuseen und die Ideen zum "Museum als urbaner Raum" vor. Historisch betrachtet nimmt die Verbindung zwischen Stadt und zeitgenössischer Bildender Kunst nach Ausführungen von Dr. Hans Günter Golinski mit der Fluxus-Bewegung ihren Anfang. Die Fluxus-Performance von Johannes S. Sistermanns beendete den Programmpunkt und startete eine lebhafte Debatte.

 

 

RuhrKunstMuseen | Dr. Hans Günter Golinski und Dr. Christine Vogt

Das Netzwerk der RuhrKunstMuseen (RKM), bestehend aus zwanzig Kunstmuseen der Metropole Ruhr, hat sich anlässlich von RUHR.2010 zusammengeschlossen. Die RKM bilden weltweit die dichteste Landschaft von Museen moderner Kunst. Von Duisburg bis Hamm, von Hagen bis Marl erstreckt sich über fünfzehn Städte ein zusammenhängendes Netz von hochkarätigen Sammlungen, untergebracht in Industriebauten, Schlössern, herausragenden Architekturen der Nachkriegsjahrzehnte und spektakulären Neubauten. Zur Kulturhauptstadt RUHR.2010 haben die RuhrKunstMuseen das gemeinsame Vermittlungsprogramm "Collection Tours" und die Ausstellungskooperation "Mapping the Region" realisiert. Auch nach dem Ende der Kulturhauptstadt sind die Bereiche Bildung und Vermittlung, Projekte, Sammlungspräsentationen sowie Öffentlichkeitsarbeit/ Marketing zentrale gemeinsame Aufgabenfelder des Netzwerkes. Seit April 2012 ist Dr. Hans Günter Golinski gewählter Sprecher und Dr. Christine Vogt gewählte Stellvertretende Sprecherin der RuhrKunstMuseen.
www.ruhrkunstmuseen.ruhr2010.de

Gegen 19 Uhr versammelten sich die Expeditionsteilnehmer wieder in der Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum, stärkten sich am Buffet, tauschten sich aus und sahen eine handverlesene Auswahl des blicke Filmfestivals. Dazu gab es ein ansprechendes Musikprogramm von Feel Vergnuegen. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit den Beitrag von Urbane Künste Ruhr zur diesjährigen Ruhrtriennale live zu erleben und mit dem eigenen Herzschlag die Installation "Pulse Park" des kanadisch-mexikanischen Künstlers Rafael Lozano-Hemmer zu steuern. Gegen 22 Uhr klang ein gelungener erster Tag aus.

 

Tag 2: Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum

Der zweite Tag des Symposiums begann mit der Begrüßung der Symposiums-Teilnehmer. Fast 200 Besucher sind an diesem Tag in die Turbinenhalle gekommen.

Katja Aßmann und Lukas Crepaz reflektierten die Eindrücke und Ergebnisse der Kulturexpedition am vorangegangenen Tag. Die Darstellung der vorhandenen Strukturen im urbanen Raum legte die Arbeitsweise und Zielsetzung von Urbane Künste Ruhr offen, da die Pilotprojekte der neuen Programmsäule allesamt im Wissen um das vorhandene Potenzial starten.

Katja Aßmann machte in ihrer Einleitung des zweiten Tages deutlich, dass Urbane Künste Ruhr noch keine festgelegte Definition besitzt. Das Symposium stellt vielmehr einen der ersten Schritte dar, Urbane Künste Ruhr bis Oktober 2014 zu formulieren und zu gestalten. Sie bezog sich dabei insbesondere auf die erfolgreiche Etablierung der einstmals experimentellen Strategie rund um die Erfindung der Industriekultur und Landmarkenkunst, die ebenfalls erst durch die Projekte der IBA Emscher Park an Gestalt gewannen. Nach Aßmann ist es notwendig, zeitgenössische und zukünftige urbane Fragstellungen der Ruhrregion in den Mittelpunkt künstlerischen Schaffens zu stellen. Nur so und mit Hilfe neuer Kooperationen und Allianzen könne der Arbeitsauftrag Urbane Künste Ruhr mit Leben gefüllt werden.

Das Symposiums-Programm des zweiten Tages bildete die drei Programmbereiche von Urbane Künste Ruhrab. Der Vormittag war den "Mobilen Laboren Urbane Künste Ruhr" gewidmet, die als "Forschungsabteilung" der Kulturmetropole Ruhr auftreten. Katja Aßmann wies auf die künstlerischen Qualitäten hin, die schon im Prozess der Themenfindung und der Entwicklung neuer Formate der Sichtbarmachung städtischer Strukturen angelegt sind. Im Mittelpunkt der Labore stehen Fragestellungen an den urbanen Raum, die in einem globalen, regionalen und lokalen Kontext stehen können. Jedes "Mobile Labor" hat einen künstlerischen Ansatz, der aus der bildenden und darstellenden Kunst sowie aus einer urbanistischen Perspektive heraus agiert.

Im Anschluss an die allgemeinen Ausführungen zu den "Mobilen Laboren" stellten Jan Kampshoff und Marc Günnewig von modulorbeat ihre Ansätze für die Erforschung von Stadt und die Übersetzung ihrer Recherchen in temporäre Räume vor. In einem Ausblick skizzierten sie "borderlands 68,8 km Bochum", eine erste Suchrichtung ihrer Recherchearbeit für den Bereich der "Mobilen Labore Urbane Künste Ruhr".  

 

modulorbeat | Jan Kampshoff & Marc Günnewig 

Modulorbeat ist ein Netzwerk aus Architekten, Urbanisten und Designern mit Sitz in Münster. Sie arbeiten im Spannungsfeld von Stadt und Landschaft, generieren und betreuen Projekte und Studien sowie dialogische Planungsprozesse. Bekannt wurden sie mit ihren temporären experimentellen Bauten. Für die Skulptur Projekte Münster 2007 erschufen sie den goldenen Informationspavillon. Ihre Arbeit "Kubik", eine mobile Installation aus industriellen Wassertanks, war in Berlin, Barcelona, Lissabon und Mailand zu sehen. Als Kuratoren der Ausstellung "West Arch - A New Generation in Architecture" zeigten sie im Ludwig Forum Aachen eine Momentaufnahme der jungen, experimentellen Architekturszenen Westdeutschlands, Belgiens und der Niederlande.

www.modulorbeat.de

 

Das Architekturkollektiv umschichten präsentierte eine Übersicht ihrer bisherigen Arbeiten im urbanen Raum und stellte exemplarisch ihre Arbeit mit dem Theaterhaus Jena und die Ideen des Festivals "72 hours urban action" vor. Das Festival fand erstmals in Tel Aviv und dann in Stuttgart statt. Innerhalb von 72 Stunden mussten zehn internationale Teams eine urbane Intervention von der Idee und Planung bis zur Verwirklichung umsetzen und präsentieren. Die eigentliche Leistung des Festivals bestand laut umschichten jedoch in der Recherche von Aufgaben und Orten, an denen die temporären Interventionen auch langfristig eine Bedeutung für Stadt und Bewohner haben.


Aus der Perspektive von umschichten ist Architektur ein fließender Prozess, keine starre Form. Das lässt sie auf die sich ständig und schnell ändernden Ansprüche städtischer Räume und ihrer Bewohner antworten. Modulare und temporäre Bauten lassen sich immer wieder unterschiedlich konfigurieren und auf die jeweiligen, oftmals nicht vorherzusehenden Umstände hin ausrichten. So können sie experimentieren, einen Ausnahmezustand herstellen, auf plötzlich entstehende Gegebenheiten reagieren und im Falle eines Scheiterns alles wieder spurlos verschwinden lassen. umschichten geht es um Bauten, die mitwachsen, Geschichten erzählen und ihre Gestalt verändern können. Sie wollen Räume schaffen, die – auf Zeit – für ihre Auffassung von Kultur zur Verfügung stehen. In diesem Sinne werden Lukasz Lendzinski und Peter Weigand zeitlich parallel zu "borderlands" von modulorbeat ein Materialmapping im urbanen Zentrum Bochums vornehmen.


 
umschichten | Lukasz Lendzinski & Peter Weigand

Studio umschichten ist ein Architekturkollektiv aus Stuttgart, das sich vor allem mit temporärer Architektur an Orten der Zwischennutzung, mit inszeniertem Rückbau und mit Stadtplanung in Verbindung mit Kunst und Architektur beschäftigt. Peter Weigand und der ursprünglich aus Polen stammende Lukasz Lendzinski haben zuerst eine handwerkliche Ausbildung als Zimmerer und Tischler absolviert, bevor sie auf der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Architektur und Design studierten.
www.umschichten.de
 
Der urbane Raum der Stadt Bochum stellt für modulorbeat und umschichten ein Untersuchungsfeld dar, das bereits durch eine Vielzahl lokaler Kulturakteure bespielt und inhaltlich geprägt wird. Kevin Kuhn und Janwillem Huda von der Eventagentur Feel Vergnuegen haben mit dem Festival "n.a.t.u.r. - Natürliche Ästhetik trifft urbanen Raum" ein spannendes Format etabliert, das schon in seiner zweiten Edition steht und in Zukunft weitere Kulturschaffende einbeziehen wird. Kevin Kuhn und Janwillem Huda präsentierten ihr Konzept und stellten sich einer regen Diskussion über ihre Aktivitäten in der Stadt.
 

 

 

Eventagentur Feel VergnuegenFestival "n.a.t.u.r. - Natürliche Ästhetik trifft urbanen Raum" | Kevin Kuhn und Janwillem Hulda

Kevin Kuhn und Janwillem Hulda sind Gründer und fester Bestandteil der Eventagentur Feel Vergnuegen sowie für die Konzept- und Festivalplanung des Festivals "n.a.t.u.r. - Natürliche Ästhetik trifft urbanen Raum" verantwortlich. Feel Vergnuegen hat den Anspruch, eine kulturell ansprechende Alternative zum sonst vorherrschenden Mainstream des Nachlebens zu sein und lässt verschiedene künstlerische Aspekte in die Veranstaltungen einfließen. Mit dem Festival n.a.t.u.r. sollen ganzheitliche Perspektiven auf Natur und Menschen im urbanen Raum geschaffen werden. Das Festival beschäftigt sich mit dem Thema der nachhaltigen, ökologischen und natürlichen Lebensführung und -gestaltung in einem der größten und von Industrie geprägten Ballungszentren Europas, der Kulturmetropole Ruhr.
www.feelvergnuegen.de
2012.festival-natur.de

Das zentrale Projekt der KUNSTrePUBLIK bildet der Skulpturenpark Berlin, den sie ohne Wissen der Eigentümer auf einer Aneinanderreihung nicht bebauter Parzellen im Herzen Berlins etablierten. Die Inbesitznahme der Örtlichkeit durch die Kunst geschah durchweg im Dialog mit den informellen Benutzern der Fläche, die so ein Stück Stadt zurückeroberten. Das Künstlerkollektiv arbeitet im Spannungsfeld zwischen Kunst und Urbanität, zwischen eigener künstlerischer Setzung und kuratiertem Projekt. Mit diesem Hintergrund bereisten die vier Künstler gemeinsam mit dem Direktor der Kunsthalle Recklinghausen, Dr. Ferdinand Ullrich, und Urbane Künste Ruhr den urbanen Raum zwischen Marl, Recklinghausen und Oer-Erkenschwick, um erste Ideen für ihre Labor-Recherche zu sammeln. 

 

KUNSTrePUBLIK

KUNSTrePUBLIK ist ein von Matthias Einhoff, Philip Horst, Markus Lohmann, Harry Sachs und Daniel Seiple formiertes Künstlerkollektiv und operativer Überbau des im Frühjahr 2006 gegründeten Skulpturenparks Berlin_Zentrum. In wechselnden Rollen experimentiert das Kollektiv in verschiedenen gesellschaftlichen Feldern. Als Künstler, Kuratoren, Forscher und Aktivisten arbeiten sie über situationsspezifische Formate an einer kritischen Auseinandersetzung mit Kunst und Öffentlichkeit. In Ausstellungen, Vorträgen und Workshops teilen und erproben sie ihre Erfahrungen, zuletzt u.a. Fountains of D.C. (Washington D.C. 2012), Arc de Gorg (Barcelona 2011), Angst in Form (Werkleitz Festival Halle/Saale), Solares Santos (Cartagena, 2010), iD Barri Raval (Barcelona, 2009), Visual Arts Festival Glasgow (2010), Architectures of Emptiness (University of Minnesota, 2008), 5. Berlin Biennale (2008), Vasl Arts Residency (Lahore / Pakistan, 2008).
www.kunstrepublik.de

 

Köbberling/Kaltwasser

Folke Köbberling und Martin Kaltwasser arbeiten mit ihren subtilen, kritischen, poetischen und komplexen Bauten und Strukturen an einer "Ästhetik des Widerstands" gegen eine immer stärker eindimensional ausgerichtete, gebaute Lebensumwelt. Mit ihren Bauprojekten machen sie vielfältige Formen städtischen Zusammenlebens sichtbar und politisch wirksam. Den konsumorientierten Gewohnheiten setzen sie Alternativen entgegen. Die dabei verwendeten Materialien gewinnen sie aus meist unbeachteten Ressourcen. 2010 bauten sie für das Oikos Theatre Festival of Architecture das Jellyfish Theatre, eine mit über hundert Freiwilligen in London errichtete spektakuläre Architektur. Im selben Jahr konstruierten sie in Vancouver einen gigantischen Bulldozer aus Restmaterialien der olympischen Winterspiele. Über das Haus der Kulturen der Welt in Berlin spannte das Künstlerpaar 2011 ein 140 qm großes Dach, geknüpft aus zehntausenden, nach einem Marathonlauf zurückgebliebenen Plastikbechern.
www.superbuero.de

 

Nach einem Picknick auf der Installation "Our CenturY" stellte Holger Bergmann (Künstlerischer Leiter Kultur im Ringlockschuppen e.V.) in seinem Vortrag "City and performing arts - Stadtraumprojekte als künstlerische Strategie" vor. Der Ringlokschuppen leistet mit seinen Projekten "Schlimmcity" und den im September gestarteten Interventionen von "Ruhrzilla" einen wertvollen und wegweisenden Beitrag, wie eine Stadt und die Darstellenden Künste sich wechselseitig beeinflussen können.

In Kooperation mit Urbane Künste Ruhrstartet der Ringlokschuppen im Dezember 2012 ein "Labor der Darstellenden Kunst im urbanen Raum" (Mobiles Labor Urbanes Drama Ruhr), das in performative offene Kunstformen investieren wird. Es geht darum, das Assoziative, Fragmentarische, Experimentelle und spielerisch auf Teilhabe Ausgerichtete zu fördern. Für diese erste Labor-Recherche sind die Gruppen LIGNA, copy & waste, Invisible Playground und Kainkollektiv eingeladen. 

 

Ringlokschuppen | Holger Bergmann 

Holger Bergmann ist Gründungsmitglied und seit 2002 Künstlerischer Leiter des Theater- und Kulturzentrums Ringlokschuppen in Mülheim/Ruhr. Der Ringlokschuppen ist für gegenwärtige Darstellende Kunst und zeitgemäße partizipatorische Projekte bekannt. Holger Bergmann realisiert eigene Inszenierungen an freien Theatern und Projekte mit Künstlern und Künstlerkollektiven der freien Szene. Er hat Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen, ist Berater in urbanen Kultur- und Beteiligungsprojekten und entwickelt künstlerische Interventionsprojekte (2011 u.a. "SchlimmCity"). Von 2005 bis 2007 war Bergmann Mentor im Themenfeld Interkultur zur Kulturhauptstadtbewerbung RUHR.2010 und entwarf das Festivalformat MELEZ. Für die Ruhrtriennale 2003 und 2004 entwickelte er als künstlerischer Leiter die Theaterreihe RAUM.PFAD.

www.ringlokschuppen.de

 

Andre Dekker von der Künstlergruppe Observatorium stellte sein Projekt "ZigZagCity" vor und erläuterte die Idee hinter der von ihm erfundenen Freiluftuniversität. Anschließend referierte er über das Projekt die "Bocht I Kleinpolderplein", das die Künstlergruppe unter einem Autobahnkreuz in Rotterdam realisierte und dort Fußgängerausblicke auf ein neues Freilichtdepot vergessener Kunstwerke schaffte. Mit "Warten auf den Fluss" schuf Observatorium einen der erfolgreichsten Kunstorte der EMSCHERKUNST.2010. Die Arbeit wird 2013 in einem neuen Umfeld bei der EMSCHERKUNST wieder zu erleben sein. Schon seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich die Künstlergruppe mit dem Welterbe Zollverein und realisiert auf Basis eines Wettbewerbsbeitrages künstlerische Pavillons als Eingangsorte auf den Essener Industriekultur-Standort. Auf Grundlage ihrer künstlerischen Konzeption für Zollverein werden sich die Künstler von Observatorium im Auftrag von Urbane Künste Ruhr mit ihrer Freiluftuniversität auf den Weg in die umgebenden Stadtteile machen, um neue und alte Strukturen aufzuspüren und in künstlerische Verbindungslinien zu übersetzen.

 
Observatorium | Andre Dekker

Die Künstlergruppe Observatorium wurde 1998 als Stiftung in Rotterdam von Geert van de Camp, Andre Dekker und Ruud Reutelingsperger gegründet. Die Gruppe versteht sich als Grenzgänger zwischen Architektur, Kunst, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Observatorium hat in den letzten Jahren bereits mehrere Projekte im Ruhrgebiet realisiert, neben ihrem Beitrag zur EMSCHERKUNST.2010 und zur EMSCHERKUNST.2013 etwa auch die Beton-Skulptur "Omni 1" auf der Kokerei Zollverein.
Andre Dekker bezeichnet sich selbst als Autodidakt und ist regelmäßiger Gastprofessor an Universitäten und Akademien in verschiedenen Städten Europas und in den USA. 2003 gründete er die Freiluftuniversität, um mit Studenten die Designphilosophien von Observatorium zu hinterfragen, zu testen und zu erproben.

www.observatorium.org

Die EMSCHERKUNST.2010, das zentrale Kunstprojekt der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 nahm Bezug auf den tiefgreifenden Umbauprozess der Region, dem naturnahen Umbau des Emscher-Systems. Die EMSCHERKUNST wird als fortlaufendes Format auch zukünftig die größte Baustelle Europas begleiten und deren Auswirkungen im gesamtgesellschaftlichen Kontext untersuchen. Sie wird in Ko-Produktion von Urbane Künste Ruhr mit dem Regionalverband Ruhr und der Emschergenossenschaft realisiert.

Die Ausstellung sieht neue Arbeiten von folgenden international renommierten Künstlern vor: Hans Op De Beeck (Brüssel), Daniel Buren (Paris), EU-Projekt Kunstakademien, Christian Frosi (Milano), Tue Greenfort (Dänemark/ Berlin), Paula Hayes (New York), Inges Idee (Berlin), Hans Hemmert, Axel Lieber, Thomas Schmidt, Georg Zey, Kunstvereine des Ruhrgebiets, Galerie für Landschaftskunst (Hamburg), Reiner Maria Matysik (Berlin), Florian Neuner (Berlin), Michael Sailstorfer (Berlin), Tomás Saraceno (Frankfurt), Apolonija Šušteršič (Amsterdam), Ai Weiwei (Peking), West 8 (Rotterdam), Elin Wikström (Göteborg) und Anna Witt (Wien).

Außerdem sind die Arbeiten von folgenden Künstlern der EMSCHERKUNST.2010 zu sehen: Mark Dion "Gesellschaft der Amateur-Ornithologen", Jeppe Hein "Connecting Views", Mischa Kuball/ Lawrence Weiner "Catch As Catch Can", M+M "Schlagende Wetter", Olaf Nicolai/ Douglas Gordon/ Mogwai "Monument For A Forgotton Future", Observatorium "Warten auf den Fluss", Piet Oudolf/ Gross.Max "Theater der Pflanzen", Marjetica Potrc/ Ooze Architects "Between the Waters", Tobias Rehberger Brücke/ Bridge "Slinky Springs To Fame".

Gemeinsam mit dem Kurator der EMSCHERKUNST, Professor Dr. Florian Matzner, wählte Urbane Künste Ruhrzwei künstlerische Beiträge aus, um einen Einblick in die Vorbereitungen des Kunstprojektes geben zu können. Die Architektin und Künstlerin Apolonija Šušteršič beschäftigt sich mit dem Thema "Die Stadt als Spielfeld für Partizipation - ein Ausblick auf die EMSCHERKUNST.2013". Das Projekt "Playland", das sie in diesem Rahmen umsetzen wird, verfolgt einen stark partizipatorischen Ansatz und zeigt, wie soziale Räume, Kunst und Architektur sinnvoll und nachhaltig ineinandergreifen können.

 

Apolonija Šušteršič

Apolonija Šušteršič ist Architektin und verfolgt bei der Umsetzung ihrer Projekte eine künstlerische Linie mit partizipatorischem Charakter. Sie nutzt den kreativen Spielraum ihrer Projektideen, die sich an der Schnittstelle von Architektur, Stadtentwicklung, Landschaftsgestaltung und Kulturpolitik ansiedeln. Der Gemeinschaftsgedanke und der Aspekt des kulturellen Austausches sind in ihrer Arbeit besonders wichtig. Šušteršič hat ihr Architekturstudium 1992 an der School of Architecture in Ljubljana (Slowenien) abgeschlossen. Von 2003 bis 2007 war sie Dozentin am schwedischen Royal University College of Fine Arts in Stockholm und promoviert zurzeit an der University of Lund, Malmö Art Academy.

http://home.tiscali.nl/apolonija

 

Die KunstVereineRuhr, repräsentiert durch Dr. Uwe Schramm (Geschäftsführer des Kunstvereins Essen und Sprecher der Initiative KunstVereinRuhr), Dr. Peter Schmieder (Geschäftsführer des Künstlerhauses Dortmund) und Reinhard Buskies (Kurator des Kunstvereins Bochum), stellten ihr Projekt "Blowing Free - ein Residenzvorhaben im Artcamp der KunstVereineRuhr" vor. Bestehend aus mehreren in- und übereinander verwobenen Containern soll Blowing Free ein Anlaufzentrum für die Besucher der EMSCHERKUNST.2013 werden. Es bietet Raum für Residenzen, künstlerische Interventionen, ist Bar und Vermittlungsort, Vortragsraum für Filmprogramm und viele weitere Interventionen und Veranstaltungen.


 

KunstVereineRuhr
Reinhard Buskies | Dr. Peter Schmieder M.A. | Dr. Uwe Schramm

Die Initiative KunstVereineRuhr widmet sich der Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Mit Vorträgen und Führungen informieren die KunstVereineRuhr über aktuelle Entwicklungen der Kunst und fördern die Diskussion zwischen Besuchern und Künstlern. Sie öffnen sich dem Austausch mit Schulen und Universitäten, neuen Medien und Präsentationsformen. Die Vereine setzen sich ein für Ausstellungstätigkeiten, Katalogveröffentlichungen, Künstlergespräche, Atelierbesuche und Exkursionen zu auswärtigen Kunstereignissen. Das Spektrum der eigenen Ausstellungen reicht von der konventionellen Gemäldeschau bis zum experimentellen Performanceprojekt, von regionaler Künstlerförderung bis zur Präsentation von internationalem Rang. Der Verbund KulturVereineRuhr initiierte zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 die Ausstellungreihe "GrenzGebietRuhr".

www.kunstverein-bochum.de 
www.kuenstlerhaus-dortmund.de 
www.kunsthaus-essen.de

Anlässlich der Kulturhauptstadt entstanden regionale Interventionen im urbanen Raum, die ihrem Wesen nach dauerhaft und nachhaltig wirken. Um diese zu sichern, zu kommunizieren und punktuell zu komplettieren, wie es bei ÜBER WASSER GEHEN im östlichen Teil der Kulturmetropole Ruhr der Fall ist, tritt Urbane Künste Ruhr als Ko-Produzent ausgewählter neuer Werke auf, die vor allen Dingen dem Gesamtnetzwerk zu Gute kommen.


 
Das Künstlerduo Anja Vormann und Gunnar Friel präsentierte gemeinsam mit der Kuratorin von ÜBER WASSER GEHEN, Billi Erlenkamp, bestehende wie zukünftig angedachte Kunstwerke entlang der Seseke. Anschließend gab Billie Erlenkamp in einem von Katja Aßmann moderierten Gespräch einen Ausblick auf die Weiterführung dieses Projektes.


 

ÜBER WASSER GEHEN | Billie Erlenkamp

Die Ausstellung "ÜBER WASSER GEHEN - Ein Kulturprojekt an der Seseke und ihren Zuflüssen" war Teil des offiziellen Kulturhauptstadtprogramms. Die Seseke ist ein Fluss östlich von Dortmund im Kreis Unna. Sie wird seit 2008 durch den Lippeverband vom Abwasserkanal wieder zum natürlichen Gewässer umgebaut - eine Transformation von Kulturlandschaft, die man im Kulturhauptstadtjahr hautnah erleben konnte. Billie Erlenkamp ist Kuratorin und künstlerische Leiterin von ÜBER WASSER GEHEN. Das Kunstprojekt fand 2010 in Kooperation der sechs beteiligten Städte Lünen, Bergkamen, Kamen, Bönen, Unna, Dortmund, dem Kreis Unna und dem Lippeverband statt. In diesem Rahmen wurden zwölf Kunststandorte mit Landschaftskunst, interaktive Projekte mit den Menschen vor Ort, begehbare Skulpturen und hintergründige Inszenierungen realisiert. Einige der Kunstwerke sind temporär angelegt, andere Kunstwerke verblieben dauerhaft vor Ort und werden vom Lippeverband unterhalten.

www.ueberwassergehen.de
www.billie.de

 
 

 

Eine Besonderheit im künstlerischen Portfolio der Kulturmetropole Ruhr ist die seit Jahren andauernde Beschäftigung von Kuratoren, Künstlern, Planern und Designern mit dem weit verzweigten Netz der urbanen Infrastrukturen. Die Autobahnen und Bundesstrassen, die Trassen des Schienenverkehrs, die Wasserkanäle der Berufsschifffahrt, aber auch die oberirdisch geführten Abwassersysteme bilden den Kern der urbanen Infrastrukturen der Kulturmetropole Ruhr. Sie waren lange Zeit wichtige Lebensadern, die mit den Ansiedlungen von Industrien und ihren Arbeitern stetig wuchsen und sich überlagerten. Das künstlerische Ausstellungsprojekt "B1|A40 - Die Schönheit der großen Straße" zeigt exemplarisch, wie innovative Ansätze neue Perspektiven für die Planung von Autobahnen aufzeigen. Diese neuartige und international vielbeachtete Position soll auf ihre Weiterentwicklung hin überprüft und mit neuen Ansätzen bearbeitet werden.
 
Markus Ambach zeigte in seinem Vortrag "Die Straße, die Stadt und die Zukunft der Schönheit", was mit dem Projekt "B1|A40 - Die Schönheit der großen Straße" nachhaltig geschaffen werden konnte und legte erste kuratorische Ideen dar, wie B1|A40 in der Zukunft als Forschungsinitiative gestaltet werden kann.


 

Markus Ambach

Markus Ambach ist als Künstler, Initiator, Projektautor und Organisator zahlreicher thematisch orientierter Projekträume bekannt. Seit 2009 betreibt er unter dem Begriff MAP Markus Ambach Projekte eine offene, international agierende Projektplattform mit Sitz in Düsseldorf. Mit weit gefächertem Interessensfeld unterteilt sich MAP in zwei Schwerpunkte: Einerseits interessiert es sich für die Diskurse, Produktionen und Debatten im Umfeld von Kunst und öffentlichen Stadträumen, andererseits liegt eine spezifische Fokussierung auf der Arbeit über Repräsentationen von Natur im städtischen Kontext. Zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 kuratierte Markus Ambach die Ausstellung "B1|A40 - Die Schönheit der großen Straße".

www.markusambachprojekte.de 
www.ruhr2010.de/b1-a40 
www.b1a40.de

 

Neben dem Themenfeld "Urbane Infrastrukturen als Verbindungsketten" bildet die Lichtkunst in den Augen der Künstlerischen Leitung von Urbane Künste Ruhr ein besonderes Talent der Kulturmetropole Ruhr. Schon seit Mitte der 1990er Jahre behauptet die Region von sich selbst, die größte Lichtlandschaft Europas zu sein. Lichtkunst und Lichtdesign im urbanen Raum haben tatsächlich eine lange Tradition und begleiteten stets den Transformationsprozess der Kulturmetropole Ruhr. Am östlichen Rand der Region – in Unna – befindet sich seit 2001 das Zentrum für Internationale Lichtkunst in den Kellergewölben der ehemaligen Lindenbrauerei. Die raumbezogenen Arbeiten lesen sich wie eine Aufeinanderfolge der weltweit wichtigsten Lichtkunstpositionen seit den 1960er Jahren. Es ist angestrebt, eine Strategie für Lichtkunst im urbanen Raum unter Einbezug des Lichtkunstzentrums zu entwickeln. Nach der strategischen Ausrichtung können Projekte folgen, welche die Strategie belegen und erproben.



Mit dem Vortrag "Lichtlandschaft Ruhr und ihr peripheres Zentrum" stellte sich der neue Geschäftsführer des Lichtkunstzentrums Unna, John Jaspers, vor und legte seine Ideen für die Neuausrichtung des Lichtkunstmuseums zum regionalen Kompetenzzentrum für die Lichtkunst dar. Anschließend zeigte Professor Oliver Langbein (Professor für Szenografie an der FH Dortmund und Mitbegründer von osa - office for subversive architecture) Beispiele für temporäre Interventionen im urbanen Raum auf und stellte die ‚light guerilla tactics‘ seiner Studenten vor. In Kooperation zwischen dem Lichtkunstzentrum, dem Fachbereich Szenografie der Fachhochschule Dortmund und Urbane Künste Ruhr sollen in einem ersten Auftakt neue Ideen und Prägungen für die Strategie Lichtkunst Ruhr erforscht, diskutiert und angewendet werden.
 

Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna | John Jaspers

John Jaspers ist seit März 2012 Geschäftsführer des Zentrums für Internationale Lichtkunst Unna. Das Museum zeigt in den ehemaligen Kühl- und Lagerräumen einer stillgelegten Bierbrauerei Installationen von renommierten Lichtkünstlern aus der ganzen Welt. Vor dieser Tätigkeit war John Jaspers Direktor des Light Art Museum Eindhoven und Kurator des Internationalen Lichtkunstfestivals GLOW. Er arbeitete viele Jahre als Redakteur und Geschäftsführer für verschiedene Radio- und Fernsehstationen. Jaspers lebt in Amsterdam und Unna.
www.lichtkunst-unna.de


 
FH Dortmund | Prof. Oliver Langbein

Oliver Langbein ist Professor für Szenografie an der FH Dortmund für den Fachbereich Design. Er ist auf temporäre Stadtrauminszenierungen zur Aktivierung partizipativer Prozesse in der nachhaltigen Stadtentwicklung und auf transdisziplinäre Arbeitsgruppen spezialisiert. Oliver Langbein ist Gründungsmitglied von osa - office for subversive architecture, Netzwerk für Kunst, Architektur und Stadtentwicklung und Vorsitzender des Darmstädter Architektursommers (DAS) sowie Mitglied der Lenkungsgruppe des Architektursommers Rhein Main/Frankfurt-Darmstadt-Offenbach-Wiesbaden (ASRM).

www.fh-dortmund.de

Katja Aßmann, Künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr, fasste im Anschluss an den letzten Redner die Ereignisse der beiden Tage zusammen, skizzierte die Ergebnisse und gab einen Ausblick auf die zukünftige programmatische Arbeit von Urbane Künste Ruhr.  Die drei Programmfelder folgen bei aller Vielfältigkeit der Ansätze, Positionen und Ausdrucksformen einer übergreifenden künstlerischen Arbeitsweise. Der urbane Raum mit seinen baulichen und sozialen Strukturen steht immer im Mittelpunkt künstlerischer Betrachtung, die im Sinne einer performativen Forschung neue Felder für Netzwerkarbeit, Teilhabe und Partizipation eröffnet. Gegen 20 Uhr endete das Auftaktsymposium Urbane Künste Ruhr und lud erneut ein, den Abend mit einer handverlesenen Auswahl des blicke Filmfestivals und einem Musikprogramm von Feel Vergnuegen ausklingen zu lassen. Ein letzter Aufruf an das Publikum, das sich vernetzen und die Entwicklungen von weiterführenden Ideen mitverursachen soll, beendete das offizielle Programm.

 

 

 

 

Termine

In unserem Kalender finden Sie aktuelle Termine dieses Projekts und archivierte Termine.

  • Martin Bretscheider als "Werther", Foto: Urbane Künste Ruhr/Roman Mensing Im ROTTSTR 5 Theater sahen die Teilnehmer eine Kurzversion des "Werther" mit Martin Bretscheider (Mitte) in der Hauptrolle
    Martin Bretscheider als "Werther"
  • Renegade zeigte im Schauspielhaus einen Ausschnitt aus der Produktion "Schwarze Katze", entwickelt für MELEZ.2010
    Renegade zeigte im Schauspielhaus einen Ausschnitt aus der Produktion "Schwarze Katze", entwickelt für MELEZ.2010
  • Symposium Urbane Künste Ruhr
    Registrierung beim Symposium Urbane Künste Ruhr
  • Eröffnung Symposium Urbane Künste Ruhr
    Lukas Crepaz und Katja Aßmann eröffnen das Symposium Urbane Künste Ruhr
  • Symposium Urbane Künste Ruhr
    Jürgen Fischer und Oliver Scheytt beim Symposium Urbane Künste Ruhr
  • Symposium Urbane Künste Ruhr
    Die Kulturexpedition des Symposiums beim Theater Rottstr. 5
  • Symposium Urbane Künste Ruhr
    Die KUNSTrePUBLIK im Gespräch mit Markus Ambach
  • Symposium Urbane Künste Ruhr
    Interview mit Katja Aßmann am Rande des Symposiums
  • Symposium Urbane Künste Ruhr
    Symposium Urbane Künste Ruhr
  • Symposium Urbane Künste Ruhr
    Picknick an der Jahrhunderthalle beim Symposium Urbane Künste Ruhr
  • Symposium Urbane Künste Ruhr
    John Jaspers auf dem Symposium Urbane Künste Ruhr