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Der wachsende Steg: Eröffnung im Frühjahr 2014 an der Seseke

25/11/2013

Im Rahmen der Ausstellung ÜBER WASSER GEHEN – land gewinnen eröffnet das Kunstwerk Der wachsende Steg von Bureau Baubotanik in Kamen. Schüler der Gesamtschule Kamen übernehmen Pflege des Kunstwerkes.

 

Die Stuttgarter Architekten und Künstler Hannes Schwertfeger (geb. 1975 in Tübingen) und Oliver Storz (geb. 1979 in Ludwigsburg) sind das Bureau Baubotanik und widmen sich ganz dem ungewöhnlichen Feld der baubotanischen Konstruktionen. Dabei werden lebende Pflanzen mit herkömmlichen Bauteilen derart miteinander kombiniert, dass durch Verwachsungen eine  tragfähige Struktur entsteht.

Für einen Abschnitt der Seseke nahe der Fünf-Bogen-Brücke in Kamen haben sie ein solches lebendiges Bauwerk in Form eines ca. 18 m langen Steges geplant, der sich vom Gelände der Gesamtschule Kamen bis zum neuen Radweg an der jüngst umgebauten Seseke zieht. Dabei quert er den Streifen mit „Abstandsgrün“ der lange die Grenze zum ehemaligen Abwasserkanal war und setzt damit auch ein Zeichen zur Rückeroberung solcher Räume. Die gepflanzten Roteichen werden im Frühjahr 2014 beginnen zu blühen und mit der Zeit das Gerüst vollständig einnehmen. Der Ansatz formuliert gleichzeitig eine botanische und urbane Vision und verknüpft Natur mit Technik mehrschichtig. Das Visionäre ist in der Baubotanik mit dem konkret Begreifbaren kombiniert.

Die Gesamtschule wird das Projekt mittels verschiedener Arbeitsgemeinschaften in den Unterricht integrieren und über mehrere Jahre begleiten. Die Schüler übernehmen dann Teile der Pflege des wachsenden Stegs und sind an der Datenerhebung und Auswertung baubotanischer Langzeitversuche im dazugehörigen baubotanischen Lehr- und Forschungspark beteiligt. So erfahren sie vieles über den Umgang mit Ökosystemen in urbanen Räumen.
„Der baubotanische Ansatz zeigt Möglichkeiten auf, Natur und Technik, Kunst und Architektur im übertragenen und tatsächlichen Sinne zu verknüpfen“, erläutern die Architekten Oliver Storz und Hannes Schwertfeger vom Bureau Baubotanik. „Wir möchten ökologische, ästhetische, soziale, philosophische, planerische und technische Aspekte in unsere Werke einbinden und so tragfähige Lösungen für die Zukunft entwickeln und gesellschaftliche Lernprozesse initiieren.“

Der wachsende Steg wird im Frühjahr 2014 mit allen Beteiligten und Projektpartnern feierlich eröffnet. Einen genauen Eröffnungstermin teilen wir Ihnen in den kommenden Wochen mit.

Kuratiert wird das Kunstprojekt von Billie Erlenkamp und wird realisiert von Urbane Künste Ruhr sowie der Stadt Kamen.

ÜBER WASSER GEHEN – land gewinnen

Kunst an der Seseke und ihren Zuflüssen

ÜBER WASSER GEHEN wurde anlässlich der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 gestartet. Entlang der Seseke und ihrer Nebenflüsse realisierten internationale Künstler Arbeiten, die sich direkt mit dem Umbau des Gewässersystems auseinandersetzten. Aufgrund des großen Erfolges des Projektes wurde nach dem Kulturhauptstadtjahr die Fortführung beschlossen. Kuratiert wird ÜBER WASSER GEHEN von Billie Erlenkamp, die unter dem Titel land gewinnen den Fokus auf die Aneignung der bereits komplett umgebauten Gewässer und neuen Ufer richtet. Köbberling/ Kaltwasser bauen Einfamilienhäuser im Maßstab 1:10 und stellen mit here comes the rain again die Frage nach Traum und Alptraum vom Leben am Wasser. Mit Natur 3000: Floating Stones verteilen Anja Vormann und Gunnar Friel Steine mit einem QR-Code entlang am Ufer der Seseke und schaffen somit eine Verbindung zwischen Natur und der virtuellen Welt. Claudia Schmacke wirft mit einer Fontäne Fragen nach dem Verhältnis von Natur und Technik auf.

Urbane Künste Ruhr

Urbane Künste Ruhr ist die neue Kunstorganisation in der Kulturmetropole Ruhr. Die einzigartige urbane Landschaft des Ruhrgebiets wird zum Anlass genommen, gemeinsam mit Künstlern, Netzwerken und Kulturinstitutionen nach dem Kern des Urbanen zu suchen. Unter der künstlerischen Leitung von Katja Aßmann entwickelt und realisiert Urbane Künste Ruhr Projekte, die den Begriff „Kunst im öffentlichen Raum“ als tiefgreifende Gestaltung von Stadt neu definieren – immer vor Ort und gemeinsam mit den Menschen, die hier leben. Urbane Künste Ruhr wagt einen neuen Blick auf das Ruhrgebiet, auf Stadt an sich und auf die Möglichkeiten der Kunst.

Lippeverband

Die unterschiedlichen Nutzungsansprüche, die Wirtschaft, Mensch und Natur an die Lippe haben, in ein nachhaltig vertretbares Gleichgewicht zu bringen – das ist im Wesentlichen die Aufgabe des LIPPEVERBANDES als Flussmanager der Lippe. Seit 1926 ist der Verband für alle wasserwirtschaftlichen Belange rund um die mittleren und unteren Lippe und ihrer Nebenläufe verantwortlich. Dazu gehören die Gewässerunterhaltung, der Hochwasserschutz, die Abwasserbeseitigung und das Sesekeprogramm, dessen Umsetzung die wasserwirtschaftliche Grundlage von ÜBER WASSER GEHEN – land gewinnen bildet.

ÜBER WASSER GEHEN – land gewinnen wird realisiert durch den Lippeverband, Regionalverband Ruhr und Urbane Künste Ruhr in Kooperation mit den Anrainerstädten Bergkamen, Bönen, Dortmund, Kamen, Lünen, Unna und dem Kreis Unna.

www.ueberwassergehen.de

www.urbanekuensteruhr.de