Pressemitteilungen

DAS DETROIT-PROJEKT

11/02/2014

Ein internationales Stadt- und Kunstfestival auf der Suche nach der Zukunft in Bochum mit Partnernaus Deutschland, Großbritannien, Polen, Spanien und den USA. Ein Projekt von Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr.

„Bochum ist Opel und Opel ist Bochum!“ – mit diesem Satz beschrieb Herbert Grönemeyer das Verhältnis seiner Heimatstadt zur Autofabrik. In den siebziger Jahren, als 22.000 Menschen im Werk arbeiteten, drückten sich darin der Stolz und das Selbstverständnis der Stadt aus. Heute jedoch sieht Bochum der Schließung des Werkes entgegen: Das Ende einer Ära steht bevor. Damit gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren, auch die Identität einer ganzen Stadt wird nicht mehr dieselbe sein. Doch wenn Bochum nicht mehr Opel ist – was wird es dann in Zukunft sein?

Diese Frage nimmt DAS DETROIT-PROJEKT als Ausgangspunkt. Das einjährige internationale Stadt- und Kunstfestival in Bochum, ein Projekt von Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr, stellt Fragen und sucht Antworten zur Zukunft der Stadt, der Arbeit und der Kunst. Dafür verbindet es vier europäische Opel-Städte – denn nicht nur in Bochum, sondern auch in Zaragoza (Spanien), in Ellesmere Port/ Liverpool (England) und Gliwice (Polen) fürchten die Menschen, ihre Arbeit zu verlieren. Gemeinsam mit ihnen möchte das Projekt der industriellen Abwanderung trotzen und zukunftsweisende Alternativen für Bochum und das Ruhrgebiet entwickeln. Dabei spielen die Bochumer Bürger eine wesentliche Rolle. Mit ihnen zusammen werden im Laufe des Jahres verschiedene (Kunst-)Projekte initiiert.

Im Oktober 2013 wurde DAS DETROIT-PROJEKT mit einem Bankett, einem Symposium und zahlreichen weiteren Aktionen im Schauspielhaus und in der ganzen Stadt eröffnet. Dabei waren die Bürger bereits ein wichtiger Bestandteil diverser öffentlicher Aktionen. Im Januar 2014 wurde auf dem Theatervorplatz des Schauspielhauses ein Container eröffnet, der bis Juli Raum für vielseitige Aktionen bietet. Den Anfang machte der renommierte Fotograf Martin Steffen mit einer Fotoausstellung über Wandel und Umbrüche in Bochum. Erneut sind die Bochumer Bürger aufgerufen, diesmal sollen sie bei der Fotoaktion Mein Bochum – unsere Zukunft ihre Fotos einschicken, auf denen die Zukunft Bochums für sie sichtbar wird. Eine Auswahl der Bilder wird ab dem 26. April 2014 an öffentlichen Orten der ganzen Stadt ausgestellt.

Die Ausstellungseröffnung im öffentlichen Raum markiert zugleich den Auftakt des DETROIT-FESTIVALS im Sommer. Vom 26. April bis zum 5. Juli 2014 soll die Kunst in den gesamten Stadtraum getragen werden, auf den Theatervorplatz (wie bereits geschehen), in die Rotunde, die Zeche, das ehemalige Stadtbad, die Speckschweiz und viele weitere Orte. Und Künstler aus Polen, Großbritannien, Spanien, den USA und Deutschland entwickeln im Laufe des DETROIT-PROJEKTS eigens Arbeiten, manche über den ganzen Zeitraum, manche innerhalb einer begrenzten Zeit. Keine ihrer Ideen ist vorher abgeschlossen, vielmehr werden sie während des Projekts zu Ende gedacht und umgesetzt – auch im Dialog mit den Menschen. Die Kunstformen reichen dabei von (Video-) Installationen über Performances und Spontan-Architektur bis zu Konzerten und Lesungen. Die breite Partizipation der Bochumer Bürgerinnen und Bürger und der rege Austausch untereinander und/oder mit den Künstlern sind dabei von zentraler Bedeutung. So präsentiert sich Bochum als eine Stadt der Kultur, deren Bürger sich von den gegenwärtigen industriellen Umwälzungen nicht entmutigen lassen, sondern vielmehr gewillt sind, sich für die Zukunft ihrer Stadt einzusetzen und aktiv zu engagieren.

Beteiligte Künstler sind basurama, Tim Etchells, Michal Januszaniec, Ari Benjamin Meyers, u.a.

  • Festivalzeitraum: 26. April bis Juli 2014
  • Eröffnung: 26. April 2014, Deutsches Bergbau-Museum Bochum
  • Pressekonferenz: 19. März 2014, Schauspielhaus Bochum (Einladung folgt)

Weitere Termine

  • DAS DETROIT-PROJEKT – Stadtgespräche: „Urban Farming: Die Stadt als Acker“ – Ein Gespräch über Gemeinschaftsgärten und natürliche Ästhetik im urbanen Raum
    25. Februar 2014, 19:30 Uhr, Tanas (Schauspielhaus Bochum), Eintritt frei
  • DAS DETROIT-PROJEKT – Stadtgespräche: „Was kommt nach Opel?“ – Die Opel-Flächen und ihre Erschließung – ein Gespräch mit Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch und Gästen
    6. März 2014, 19:30 Uhr, Tanas (Schauspielhaus Bochum), Eintritt frei
  • DAS DETROIT-PROJEKT – Eine Lesereihe unterwegs in Bochum: „Jenseits von Jetzt“, 10. März 2014, 19 Uhr, Fräulein Coffea, Bochum

Das Detroit-Projekt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Kunststiftung NRW.
Die Fotoausstellung MEIN BOCHUM – UNSERE ZUKUNFT wird gefördert von der Stiftung der Sparkasse Bochum zur Förderung von Kultur und Wissenschaft.

www.thisisnotdroit.de
www.schauspielhausbochum.de
www.urbanekuensteruhr.de