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B1|A40 Die Schönheit der großen Straße

11/02/2014

Ein Ausstellungs- und Forschungsprojekt entlang der A 40 von Duisburg bis Dortmund von Urbane Künste Ruhr und MAP Markus Ambach Projekte.

Die A 40 zwischen Duisburg und Dortmund – im Schatten der „Großen Straße“ hat sich über Jahre hinweg ein eigenwilliger Stadtraum gebildet, der das Ruhrgebiet wie kaum ein anderer widerspiegelt, verbindet und gleichzeitig hochprekäre Lebenssituationen entwirft. Durch das Verschmelzen der Ruhrstädte wird die A 40 unvermittelt vom problematischen Verkehrsraum zum Boulevard der Kulturmetropole Ruhr.

B1|A40 untersucht diesen Stadtraum seit 2010 im interdisziplinären Dialog mit Künstlern, Planern, Architekten, Wissenschaftlern und den Anwohnern entlang der Autobahn. Strategien von individueller Raumaneignung, die kulturelle Heterogenität der Landschaft und der unendliche Erfindungsreichtum seiner Bewohner in der Umnutzung prekärer Stadträume und
Infrastrukturen stehen dabei im Fokus des komplett im öffentlichen Raum verorteten Ausstellungsprojekts.

Im Jahr 2014 stehen neue Spielorte im Zentrum des Interesses. Das komplexe Gelände zwischen Autobahn, Bauernhof und U-Bahn im Umfeld der U18-Station „Eichbaum“ in Mülheim wird durch Künstler wie Christine und Irene Hohenbüchler, Martin Pfeifle, Volker Lang und Stefan Schneider zur städtischen Bühne mit Konzerten, Theater und Performances, aber auch zum Forschungsterrain zur Geschichte des Zirkus und anderer Formen des Lebens mit und auf der Straße. Die kulturelle Schnittstelle zwischen Kirche, Bordell, SM-Club und Schrebergarten im Umfeld des Schlachthofs Bochum wird in Projekten von Elke Krasny, Danica Dakić, KUNSTrePUBLIK und anderen als Ort sichtbar, der sich unbemerkt nahezu selbst entworfen hat. In prekären Wohnlagen wie Essen-Frillendorf thematisieren Künstler wie Leni Hoffmann, Manuel Franke und Jakob Kolding die Autobahn als ein Stück eigenwilliger Heimat, während in Dortmund unter der Schnettkerbrücke im Umfeld zwischen malerischer Dorfidylle und Autobahn Künstler und Planer wie Christa Reicher, Christian Odzuck, Pablo Wendel und John Miller die Landschaft als ihre eigene Rekonstruktion wiederentdecken. Bei einem erneuten Besuch des Autobahnkreuzes Kaiserberg mit Jeanne van Heeswijk und Michael Fehr zeigt sich der Ort als historisch gewachsene, autoproduktive Landschaft, in der Bewohner und Künstler im Schatten des größten Autobahnkreuzes der Region nach einer
eigenständigen Zukunft suchen, die auch für andere komplexe Lebenssituationen in der Region neue Perspektiven aufzeigt.

B1IA40 – Die Schönheit der großen Straße, wie schon 2010 kuratiert von Projektautor Markus Ambach (MAP), lädt dazu ein, die große Erzählung der großen Straße weiterzudenken und
mitzuschreiben – als die Geschichte einer Region, die sich tagtäglich neu erfindet.

Teilnehmende Künstler sind Danica Dakić, Michael Fehr, Manuel Franke, Jeanne Van Heeswijk, Leni Hoffmann, Christine und Irene Hohenbüchler, Jakob Kolding, Elke Krasny, KUNSTrePUBLIK, Volker Lang, John Miller, Christian Odzuck, Martin Pfeifle und Wanda Sebastian, Stefan Schneider und Ludwig Haugk, Pablo Wendel u.a.

Zahlreiche Veranstaltungen werden die Ausstellung entlang der Autobahn begleiten. Neben den bewährten Bustouren, die die Besucher mit den Orten bekanntmachen, sind Konzerte an der U-Bahn, Vorträge im Schrebergarten und unter der Brücke, Aufführungen im Zirkuszelt und viele weitere Veranstaltungen geplant.

Ausstellungszeitraum: 14. Juni bis 7. September 2014

Förderer des Projekts sind die Kunststiftung NRW, die Stiftung Kunstfonds, The Danish Arts Foundation und das Königreich der Niederlande

www.b1a40.de
www.markusambachprojekte.de
www.urbanekuensteruhr.de