Pressemitteilungen

B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße 2014

13/06/2014

Ein Ausstellungs- und Forschungsprojekt entlang der A40 von Duisburg bis Dortmund von Urbane Künste Ruhr und MAP Markus Ambach Projekte. Eröffnung aller Spielorte am 14. Juni 2014 ab 14 Uhr.

B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße 2014, kuratiert von Projektautor Markus Ambach, lädt nach ihrem vielbeachteten Auftakt im Jahr 2010 dazu ein, die Erzählung der „großen Straße“ weiterzudenken und mitzuschreiben – als die Geschichte einer Region, die sich tagtäglich neu erfindet. Entlang der großen Straße A40 hat sich zwischen Duisburg und Dortmund ein eigenwilliger Stadtraum entwickelt, der das Ruhrgebiet wie kaum ein anderer Ort widerspiegelt. Dort, wo sich die B1 mit ungesehener Härte zur Autobahn auswuchs, ergeben sich schwierige Stadt- und Lebensräume, für die Planung und Politik kaum Lösungsvorschläge bereithalten. Doch durch das Verschmelzen der Ruhrstädte wird die A40 gleichzeitig zum „Boulevard“ der Kulturmetropole Ruhr, und die Anwohner finden ihre ganz eigenen Wege, die entstandenen Räume zu nutzen.

B1|A40 untersucht diesen Stadtraum seit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 im interdisziplinären Dialog mit Künstlern, Planern, Architekten und Wissenschaftlern. Strategien individueller Raumaneignung, die kulturelle Heterogenität der Landschaft und der Erfindungsreichtum seiner Bewohner stehen dabei im Fokus des komplett im öffentlichen Raum verorteten Ausstellungsprojekts.

Markus Ambach, Projektautor und Kurator: „Wer im Zusammenhang mit der A40 von Schönheit spricht, erntet erst einmal ungläubige Blicke. Aber B1|A40 zeigt: in der Vielfalt der Umgebung, der widerständigen Eigensinnigkeit ihrer Bewohner und ihren erstaunlich einfallsreichen Strategien im Umgang mit diesem schwierigen Stadtraum steckt der einzigartige Charme dieses Stadtraumes.“

Katja Aßmann, Künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr: „Infrastrukturen im Ruhrgebiet sind immer mittendrin und schon allein deshalb auch Lebensraum für die Menschen. Die Bundesautobahn 40 ist selbstverständlicher Teil der Stadtlandschaft und hat sogar identitätsstiftende Wirkungen, im positiven wie im negativen Sinn. Die Kunstausstellung B1|A40 betrachtet den öffentlichen Raum, die Möglichkeiten der Kunst und die Einbeziehung der Menschen vor Ort auf herausragende Weise – genau die Themen, die im Fokus von Urbane Künste Ruhr stehen.“

Im Jahr 2014 stehen neue Spielorte im Interesse der Künstlerinnen und Künstler. Das komplexe Gelände zwischen Autobahn, Bauernhof und U-Bahn im Umfeld der U18-Station „Eichbaum“ in Mülheim wird durch Christine und Irene Hohenbüchler, Martin Pfeifle, Gabriele Oberkofler und Volker Lang  zur städtischen Bühne mit Konzerten, Theater und Performances, aber auch zum Forschungsterrain zur Geschichte des Zirkus und anderer Formen des Lebens mit und auf der Straße. Die kulturelle Schnittstelle zwischen Kirche, Bordell, SM-Club und Standardtanzverein im Umfeld des Schlachthofs Bochum wird im Projekt von Elke Krasny, einer Ausstellung in der Autobahnkirche wie auch im Museum Berggate 69 als Ort sichtbar, der sich unbemerkt nahezu selbst entworfen hat. Ein zweiter Standort in Bochum ist aus 2010 bekannt. Dort wendet sich die Gruppe KUNSTrePUBLIK mit ihrem Waschportal Tor des Westens direkt an die fahrende Bevölkerung. In prekären Wohnlagen wie Essen-Frillendorf thematisieren Künstler wie Leni Hoffmann, Manuel Franke und Jakob Kolding die Autobahn als ein Stück eigenwilliger Heimat, während in Dortmund unter der Schnettkerbrücke im Umfeld zwischen malerischer Dorfidylle und Autobahn Künstler und Planer wie Christa Reicher, Christian Odzuck, Performace Electrics und John Miller die Landschaft als ihre eigene Rekonstruktion wiederentdecken. Bei einem erneuten Besuch des Autobahnkreuzes Kaiserberg mit Jeanne van Heeswijk, Michael Fehr und  Danica Dakić zeigt sich der Ort als historisch gewachsene, autoproduktive Landschaft, in der Bewohner und Künstler im Schatten des größten Autobahnkreuzes der Region nach einer eigenständigen Zukunft suchen, die auch für andere komplexe Lebenssituationen in der Region neue Perspektiven aufzeigt.

Teilnehmende Künstler sind Danica Dakić, Michael Fehr, Manuel Franke, Jeanne Van Heeswijk, Leni Hoffmann, Christine und Irene Hohenbüchler, Allan Kaprow, Jakob Kolding, Elke Krasny, KUNSTrePUBLIK, Volker Lang, John Miller, Gabriela Oberkofler, Christian Odzuck, Performance Electrics und Martin Pfeifle/ Wanda Sebastian, u.a.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Formate wie das Museum Berggate 69, die Wanderwege des Landschaftsparks B1|A40 und die Aktivitäten der Anwohner wie dem Heißener Hof, Delikatfisch Braun, der Siedlergemeinschaft Werthacker oder der Autobahnkirche Bochum.

Zahlreiche Programmpunkte werden die Ausstellung entlang der Autobahn begleiten. Neben den bewährten Bustouren, die die Besucher mit den Orten bekanntmachen, sind Konzerte an der U-Bahn, Vorträge im Zirkuszelt und unter der Brücke sowie viele weitere Veranstaltungen geplant.

Ausstellungszeitraum: 14. Juni bis 7. September 2014
Orte: Duisburg, Mülheim a.d.R., Essen, Bochum und Dortmund

Eröffnung: 14. Juni 2014
14 Uhr: alle Orte und Kunstwerke sind für das Publikum geöffnet
18 Uhr: Begrüßung und Einführung im U-Bhf Eichbaum, Mühlheim a.d.R.
19 Uhr: Tanzperformance „Ruhr-Casino Bochum“
19:30 Uhr: Führung am Ausstellungsort Mühlheim-Eichbaum
20 Uhr: Lokale Kulinaria von der Autobahn, Heißener Hof

Förderer des Projekts sind die Kunststiftung NRW, die RWE Stiftung, die Stiftung Kunstfonds, The Danish Arts Foundation und das Königreich der Niederlande

www.b1a40.de, www.markusambachprojekte.de, www.urbanekuensteruhr.de