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Auftaktsymposium Urbane Künste Ruhr: Programmvorschau, Kulturexpedition und Netzwerktreffen

02/09/2012

In Bochum trafen sich Kulturschaffende und Netzwerker der Kulturmetropole Ruhr

Den Auftakt von Urbane Künste Ruhr bildete ein zweitägiges Symposium am 31. August und 1. September in der Turbinenhalle Bochum. 37 Redner und über 150 Teilnehmer trafen sich zum Austausch in der Kulturmetropole Ruhr. Der erste Tag war als Kulturexpedition durch den Bochumer Stadtraum organisiert. Die Teilnehmer erkundeten die Stadt, rund um das ehemalige Industrieareal der Jahrhunderthalle Bochum bis hin zum Bochumer Hauptbahnhof, um den urbanen Raum als Gefüge aus baulichen und sozialen Strukturen und die kulturelle Prägung zu erfahren. Zwischenstationen waren Kulturinstitutionen, die im urbanen Stadtgebiet agieren: ROTTSTR 5 Theater, Schauspielhaus Bochum, Kunstmuseum Bochum sowie das "C60 Collaboratorium für kulturelle Praxis" in der Rotunde. Die Kunstpartner diskutierten beim Symposium in Vorträgen, interaktiven Gesprächen, Performances und Aufführungen, welche Verantwortung sie tragen – für die Stadt und ihre Gestaltung. Das umfangreiche Programm bildete einen Ausschnitt künstlerischen Schaffens in der Kulturmetropole Ruhr ab. Es zeigte Potentiale bestehender Kunstnetzwerke auf und ließ viel Raum für den Austausch und neue Allianzen.

Der zweite Tag des Symposiums startete mit einem Rückblick auf den Vortag, gefolgt von dem ersten Programmausblick von Urbane Künste Ruhr für die kommenden drei Jahre – vorgestellt von Katja Aßmann, Künstlerische Leitung Urbane Künste Ruhr und Lukas Crepaz, Geschäftsführer der Kultur Ruhr GmbH. Das Programm gliedert sich in drei Programmfelder:

Ein Bestandteil sind die "Mobilen Labore", deren interdisziplinärer Aufbau und experimentelle Arbeitsweise in Vorträgen und Diskussionen an Form gewinnen. Dabei verstehen Urbane Künste Ruhrsich als Forschungsabteilung in der Kulturmetropole Ruhr. Die "Mobilen Labore" sollen Prozesse im urbanen Raum anstoßen. Künstlergruppen wie Observatorium aus Rotterdam, modulorbeat (Münster), KUNSTrePUBLIK (Berlin) und umschichten (Stuttgart) erhalten von Urbane Künste Ruhr Rechercheaufträge. Während modulorbeat die Randgebiete des Ruhrgebiets kartographiert und temporäre Räume schafft, wird umschichten im Zentrum von Bochum ein Headquarter einrichten und mit gesammelten Materialien aus dem Stadtgebiet arbeiten. Alle vier Gruppen realisieren im Rahmen ihrer Recherche temporäre Interventionen im urbanen Raum.

"Regionale Interventionen mit nachhaltiger Wirkung" bilden das zweite Programmfeld der Urbanen Künste Ruhr. Beispielhaft berichteten dazu aus der EMSCHERKUNST.2013 ausgewählte Künstler, wie Apolonija Šušteršič aus Ljubljana (Slowenien), und verorteten ihre Arbeit in übergreifenden Fragestellungen der Stadtgesellschaft. Mit "Playland" realisiert Apolonija Šušteršič, slowenische Künstlerin und Architektin, einen Jugendtreffneubau mit Spielplatz. Šušteršič verwirklicht ihr Projekt, direkt an der Emscher, in Zusammenarbeit mit den Bürgern von Oberhausen-Holten. Die Ausstellung ÜBER WASSER GEHEN, zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 gegründet, ist ebenfalls Teil dieses zweiten Programmfelds und wird in 2012 weiterentwickelt. Eine weitere "Regionale Intervention mit nachhaltiger Wirkung" bildet die Zusammenarbeit von Urbane Künste Ruhr mit der Ruhrtriennale. Nach dem erfolgreichen Start von Pulse Park, von Urbane Künste Ruhr für die diesjährige Ruhrtrienannle konzipiert, produziert Urbane Künste Ruhr jede Saison ein Projekt für die Ruhrtriennale.

Im dritten Programmfeld "Potentiale und Talente als regionale Strategien" werden Strategien der Region beleuchtet und in einem zweiten Schritt durch Projekte sichtbar. Experten unterschiedlicher Disziplinen diskutierten vor Ort den Themenkomplex Urbane Infrastrukturen. Die Lichtlandschaft Ruhr wird, mit dem Internationalen Lichtkunstzentrum als Partner, kritisch befragt und strategisch in die Zukunft gedacht.

Ein Resumee mit Ausblick von Katja Aßmann läutete den Anfang der gemeinsamen Programmarbeit ein.

Ausgewählte Beiträge des blicke Filmfestivals, ein Musikprogramm von Janwillem Huda (Feel Vergnuegen) sowie die Besichtigung der interaktiven Lichtinstallation Pulse Park von Rafael Lozano-Hemmer bildeten den Ausklang an beiden Veranstaltungstagen.

Redner Symposium Urbane Künste Ruhr (in chronologischer Reihenfolge):

Irmelin Sansen (Vorsitzende des Künstlerbunds Bottrop e.V.) und Werner Block (Vorsitzender des bochumerkünstlerbunds); Hans Dreher (Regisseur und Leitung ROTTSTR 5) und Oliver Paolo Thomas (Regisseur und Leitung ROTTSTR 5); Thomas Laue (Chefdramaturg am Schauspielhaus Bochum); Zekai Fenerci (Künstlerischer Leiter Renegade); Dr. Sven Sappelt (Sprecher des C60 Collaboratoriums), Dr. Friederike Wappler (Wissenschaftliche Leitung der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum), Prof. Mischa Kuball (Künstler und Professor an der Kunsthochschule für Medien Köln, entschuldigt), Prof. Erich Hörl (Professor für Medientechnik und Medienphilosophie an der Ruhr-Universität Bochum), Prof. Andreas Fritzen (Dekan FB Architektur an der Hochschule Bochum) sowie weitere Studierende, Mitarbeiter und Institute der Ruhr-Universität Bochum, der FH Bochum und der KHM Köln); Dr. Hans Günter Golinski (Direktor des Kunstmuseums Bochum und Sprecher RuhrKunstMuseen) und Dr. Christine Vogt (Direktorin der Ludwig Galerie Schloß Oberhausen und Sprecherin RuhrKunstMuseen); Jan Kampshoff und Marc Günnewig (Künstler modulorbeat); Peter Weigand und Alper Kazogoklu (Künstler umschichten); Kevin Kuhn und Janwillem Huda (Feel Vergnuegen Eventagentur/ Konzept & Festivalplanung Festival n.a.t.u.r.); Markus Lohmann, Matthias Einhoff, Philip Horst, Harry Sachs (Künstler KUNSTrePUBLIK e.V.); Prof. Dr. Ferdinand Ullrich (Direktor Kunsthalle Recklinghausen); Martin Kaltwasser (Künstlerduo Köbberling/Kaltwasser); Holger Bergmann (Künstlerischer Leiter Kultur im Ringlokschuppen e.V.); Andre Dekker (Künstler der Künstlergruppe Observatorium); Apolonija Šušteršič (Künstlerin EMSCHERKUNST.2013); Dr. Uwe Schramm (Geschäftsführer des Kunstvereins Essen und Sprecher der Initiative KunstVereineRuhr); Dr. Peter Schmieder (Geschäftsführer des Künstlerhauses Dortmund) und Reinhard Buskies (Kurator des Kunstvereins Bochum); Anja Vormann (Künstlerin ÜBER WASSER GEHEN), Gunnar Friel (Künstler ÜBER WASSER GEHEN) und Billie Erlenkamp (Kuratorin ÜBER WASSER GEHEN); Markus Ambach (Künstler und Projektleiter von MAP Markus Ambach Projekte); John Jaspers (Geschäftsführer des Zentrums für Internationale Lichtkunst Unna); Prof. Oliver Langbein (Professor für Szenografie an der Fachhochschule Dortmund) sowie Rafael Lozano-Hemmer (Künstler Pulse Park, nicht beim Symposium anwesend).

Pressefotos finden Sie hier.

Urbane Künste Ruhr

Pulse Park wurde von Urbane Künste Ruhr, der neu installierten Programmsäule bei der Kultur Ruhr GmbH, für die Ruhrtriennale 2012 konzipiert. Neben einem jährlichen Programmbeitrag zur Ruhrtriennale initiieren, entwickeln und koordinieren die Urbanen Künste Ruhrunter der künstlerischen Leitung von Katja Aßmann Kunstprojekte von überregionaler und internationaler Strahlkraft. Aus der Nachhaltigkeitsstrategie der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 heraus entstanden, entwickeln Urbane Künste Ruhr gemeinsam mit Kunstinstitutionen und Netzwerken der Region in die Zukunft gerichtete Inhalte im Spannungsfeld zwischen Urbanität und Kunst.

Pressekontakt:
Urbane Künste Ruhr
Clemens Baier
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