gestern die stadt von morgen: Zeichen Setzen

Donnerstag, 17. Juli, 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr
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Performance am Forumsplatz der Ruhr-Universität Bochum, 17. Juli 2014, ab 18.00 Uhr (Im Anschluss findet das Künstlergespräch mit Apolonija Šušteršič im Campusmuseum zum Thema Living Utopia statt.)

Die Hochhäuser, die zu dem Gebäudekomplex des Einkaufszentrums Forum City gehören, wurden 1974 in Mülheim an der Ruhr errichtet. Das Einkaufszentrum mit den vier markanten Wohntürmen und großzügig angelegten Parkdecks zeugt vom strukturellen Neubeginn Mülheims: ein Expandieren in die Höhe und die Verdichtung in der Fläche, mit dem Ziel, die Kernstadt zu einem lebendigen Ort zu machen und verschiedene funktionelle Bereiche miteinander zu verzahnen.

Dieser Architektur widmet sich der Film Zeichen setzen, der die gleichnamige Performance vom 14. Juni 2014 dokumentiert.

Zu sehen sind fünfzig Akteure, die auf den Balkonen der vier Hochhäuser unentwegt bunte Wäscheteile ausschütteln. Das Ausschütteln der großen farbigen Stoffe zeigt sich hier als ritueller Handlungsablauf, die Wiederholung der Geste steigert die Absurdität der Situation ebenso wie die Gleichzeitigkeit der handelnden Personen. Ein surrealer Moment entsteht. Fenster und Balkone sind architektonische Elemente, die den Blick von innen nach außen ermöglichen, von dem privaten in das öffentliche Leben richten. Das Wäscheausschütteln ist zunächst eine scheinbar banale, einem Zweck dienende hausfrauliche Tätigkeit. In dieser neuen Situation kann sie aber auch anders verstanden werden: als Kontaktaufnahme, als ein Senden von Signalen, ein Sichzuwinken oder ein Aufsichaufmerksammachen.

Die Performance lässt zufällig vorbeieilende Passanten an ihrer Wahrnehmung zweifeln, da die unwahrscheinliche Übereinstimmung des Verhaltens der Bewohner einen unheimlichen Moment schafft. Es öffnet sich ein neuer Blick auf die Hochhäuser und das dazugehörende Stadtbild.