gestern die stadt von morgen: Resident Alien / Marler Star

Freitag, 08. August, 11:30 Uhr bis 20:00 Uhr
in den Kalender eintragen

Uwe Jonas

Präsentation der temporären Lichtinstallation „Lohn der Angst“

Der aus Berlin stammende Künstler Uwe Jonas wird am 8. August seine temporäre Lichtinstallation auf dem höheren der beiden Rathaustürme (Turm II) eröffnen.

Neben seiner Lichtinstallation lädt der Berliner Künstler am 12. August, ab 19 Uhr zum Abschluss zu einem Vortrag über sein Werk in die Wohnung ein. Am 11. August, ebenfalls ab 19 Uhr, wird Martin Kaltwasser selbst über seine Projektidee der Künstlerresidenz berichten. Alle Lesungen bzw. Vorträge sowie die öffentlichen Interventionen sind Teil der noch bis zum 7. September laufenden Ausstellung „gestern die stadt von morgen“ im Skulpturenmuseum Glaskasten und im Außenraum.

Freitag, 8. August 2014, auf den Rathausturm II (Treffpunkt ist um 11.30 Uhr am Skulpturenmuseum Glaskasten)


Marl stellt ein Extrem dar: Von einer lebendigen Fast-Großstadt mit eigenständigem, ins Umland abstrahlendem städtischem Leben im Laufe der letzten 30 Jahre zu einer völlig verschuldeten, randständigen, schrumpfenden Fast-nicht-mehr-Stadt mit 87.000 Einwohnern degradiert, ist Marl im Begriff, sich zu einer Art riesiger Vorstadtsiedlung des Ruhrgebiets zu verwandeln. Marl, dessen Reichtum einst auf Kohleförderung und Chemieindustrie beruhte, war bis in die 1980er Jahre eine äußerst reiche, junge, moderne, attraktive Stadt, mit einzigartigem kulturellem Angebot, echten architektonischen Highlights und einem vielbesuchten, supermodernen Einkaufszentrum, das weitere Prosperität versprach. Heute sind Marls vergessene, verbleichende architektonische und stadträumliche Schönheiten von einer gnadenlosen Vulgarisierung und Trostlosigkeit der Stadtlandschaft umgeben: Viele der einstmals bezaubernd schönen Ecken dieser Stadt fristen ein Schattendasein. Ziel der Künstlerresidenz Resident Alien / Marler Star ist es dieser Entwicklung mit neuen künstlerischen Ansätzen entgegentreten, um nachhaltige Veränderungen anzustoßen. Im Rahmen der Residenz sind drei KünstlerInnen: Ursula Achternkamp, Uwe Jonas und Pia Lanzinger nach Marl eingeladen, um sich temporär mit der Stadt auseinanderzusetzen und jeweils eine künstlerische Position für die Stadt zu entwickeln. Die Künstlerresidenz befindet sich in einer künstlerisch gestalteten Wohnung direkt im Stadtzentrum, zehn Gehminuten vom Marler Stern entfernt, dem Einkaufszentrum mit dem berühmten „größten Luftkissendach Europas“. Die KünstlerInnen werden im Rahmen ihres jeweils drei- bis vierwöchigen Residenzaufenthalts Projekte realisieren, die sich mit der aktuellen Situation Marls befassen und mit künstlerischen Mitteln eine von außen herangetragene Sicht auf diese Stadt umsetzen. So kann durch diese Arbeit ein Input nach Marl gelangen, der Optionen für Marls Zukunft aufzeigt und die Stadt befruchtet.

Zunächst ist die Künstlerresidenz Resident Alien / Marler Star als Teil von gestern die stadt von morgen temporär angelegt. Ziel des Künstlers und des Skulpturenmuseums Glaskasten Marl ist es, die Residenz anschließend langfristig zu etablieren.


Residenzwohnung, Barkhausstraße 63, 6. OG, 45768 Marl

Termine Rahmenprogramm unter:
www.skulpturenmuseum-glaskasten-marl.de/de/entdecken/veranstaltungen

www.urbanekuensteruhr.de