DAS DETROIT-PROJEKT: Some at times cast light

Samstag, 14. Juni
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Installation/Intervention von Kristina Buch (D)

Für das DETROIT-PROJEKT entwickelt Kristina Buch eine neue Arbeit, die der Stadt Bochum dauerhaft erhalten bleiben wird. In Some at times cast light wird Buch einen städtischen Ort, nahe eines Parks, offiziell und in allen städtischen Verzeichnissen, nach einer fiktiven Frau benennen, deren Büste an eben diesem Platz, dauerhaft stehen wird. Im angrenzenden Grünbereich werden Glühwürmer angesiedelt.
 
Der Titel, der durch das vieldeutige Wort „cast“ im Englischen ganz viele Fluchtlinien eines Zugangs zur Arbeit eröffnet, kann im Deutschen nur durch Zuhilfenahme mehrerer Worte erfasst werden und hieße dann: ‘Manche werfen/gießen/betonieren/verteilen manchmal Licht’. Eine Büste, die in ihrer realen und uns vertrauten Materialität und Form Authorität und ein Vertrauen in eine historische Realität vermittelt, steht hier mitten im Raum und ist all dies gar nicht. Zum einen kann dies als ein unmonumentales Mahnmal zum stetigen Hinterfragen der auch noch so solide und „wahr“ scheinenden Fakten gesehen werden, zum anderen als Aufruf zum Formen und Setzen von Realität. Es steht hier die Büste einer Frau, und zwar einer Frau, die nie existierte, die vielleicht auch noch nicht existiert. Einer Frau, die in der historisch stark patriarchialisch geprägten Gesellschaft noch nicht so zum Vorschein treten konnte, wie es in ihr Wesen geschrieben ist. Und abseits fliegen des Nachts die Glühwürmer und werfen hin und wieder etwas Licht. Was wissen wir schon über das Leuchten der Würmer, zu denen auch wir zählen. Was beleuchten wir schon, was gelingt es uns zu beleuchten und aus welchen Gründen betreiben wir den Aufwand? Wie verschwindend, aber vielleicht auch gerade deswegen schön, ist unsere stetige Mühe? Und so steht hier eine manifeste Lüge, oder mögen wir es eine manifeste Hoffnung nennen – mitten im Raum – und schaut uns direkt an.