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8/FULL MOON HAGEN

Janice Kerbel

FRi—Sun
every day at dusk
JOHANNISPLATZ + Marktplatz
admission free
 

 In Turner Prize Nominee Kerbel’s Installation Full Moon Hagen, the street lamps of Hagen collectively act as the part of the moon which is hidden – reflecting what cannot be seen, and drawing our attention to the tenuous relationship between urban life and the natural world.

D

Das Thema Lichtverschmutzung hat die Künstlerin inspiriert, eine Arbeit zu entwickeln, die mit dem künstlichen und dem natürlichen Licht spielt. Am Johanniskirchplatz und auf dem Marktplatz wird je nach Mondphase eine Straßenlaterne gedimmt, allerdings gemäß der jeweils abgewandten Mondseite: Bei Vollmond etwa wird der niedrigste Dimmgrad erreicht, bei Neumond hingegen mehr als Normalbeleuchtung – dazwischen die entsprechenden Übergangsstufen. Dadurch werden Mond und künstliches Licht in Einklang gebracht, denn bei Vollmond – vorausgesetzt der Himmel ist wolkenfrei – wird im Grunde kein Straßenlicht benötigt. Janice Kerbel reflektiert mit dieser Arbeit die Verflechtung zwischen urbanem Leben und unserem teils völlig überblendeten natürlichen Umfeld.

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Am Anfang wollte Janice Kerbel, dass sämtliche Straßenlichter in Hagen entsprechend der Helligkeit des Mondes heruntergedimmt werden. Katja Aßmann gab diese Frage an den Stadtbaurat weiter, welcher die Idee interessant fand und versprach, alles zu versuchen. Bald stellte sich heraus, dass die meisten städtischen Straßenlaternen nur für die Zustände ein und aus konzipiert sind und sich gar nicht dimmen lassen. Auf dem Johanniskirchplatz und dem Marktplatz fanden sich allerdings doch Lampen mit dieser Funktionalität, allerdings keine, die sich unter 30 Prozent dimmen lassen. Daher wurde jeweils eine Lampe auf diese Anforderung hin umgerüstet und zusätzlich darauf programmiert, sich der Mondphase vollautomatisch anzupassen. Um diese Erweiterung hat sich Charles Blanc von Sans façon gekümmert. Janice Kerbel ist eine der KünstlerInnen, die von Sans façon zu Urban Lights Ruhr eingeladen wurden.

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Die für den britischen Turner-Preis 2015 nominierte Kanadierin lebt und arbeitet in London. Seit ihrem Kunst-Studium an der Goldsmith University hat sie im In- und Ausland ausgestellt. Eine ihrer bekanntesten Arbeiten ist »15 Lombard St«, ein bis ins letzte Detail recherchierter Masterplan, der erläutert, wie man eine Bank in der Londoner City ausrauben könnte. Im Vorfeld hatte die Künstlerin das Geschehen rund um die Bank in der Lombard Street, auch im Inneren des Gebäudes, über Tage hinweg genauestens studiert, alle Sicherheitsvorkehrungen erfasst und einen sehr präzisen Plan erarbeitet, welcher jede Eventualität berücksichtigte, um das perfekte Verbrechen zu begehen. Das Buch ist allerdings vergriffen.